
Blutegeltherapie
Bei einer Blutegeltherapie werden die Egel um die betroffene Stelle gesetzt um hauptsächlich Schmerzen zu lindern. Der Speichel wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend, lindert Schwellungen und wirkt blutverdünnend. Die naturheilkundliche Therapie wird vor allem bei chronischen Schmerzen wie z.B. Arthrose angewendet.
Anwendungsgebiete einer Egeltherapie
Eine Blutegeltherapie lindert vor allem chronische Schmerzen und kann bei folgenden Beschwerden angewandt werden:
- Gelenkerkrankungen wie Arthrose, Arthritis, Rheuma und Gicht
- oberflächliche Venenentzündungen (Thrombophlebitis)
- Krampfadern (Varikosis)
- Chronische Schulter-, Nacken- und Rückenschmerzen
- Lymphstau
- Migräne
- Erkrankungen der Weichteilgewebe, Muskeln und Sehnen
- Tennisellenbogen (Epikondylitis)
Häufig gestellte Fragen
Ablauf Behandlung
Nach einem ausführlichen Erstgespräch (Anamnese), das die Erörterung der Beschwerden, eine Beratung und eine Aufklärung beinhaltet, werden die Blutegel um die zu behandelnde Stelle angesetzt. Je nach Areal werden 2-8 Stück. benötigt. Der Egel saugt zwischen 20 und 45 min., danach fällt er von alleine ab. Die Behandlung ist völlig schmerzfrei, lediglich am Anfang wird ein leichtes Pieksen wahrgenommen. Nach der Behandlung wird ein steriler Wundverband angelegt und der Patient kann sofort nach Hause. Durch die blutverdünnende Eigenschaft kann die kleine Wunde noch mehrere Stunden nachbluten.
Bei einer Erstbehandlung sind ca. 2,5 Stunden einzuplanen, meist ist eine Behandlung ausreichend.
Nebenwirkungen
Während der ersten Tage kann eine leichte Rötung um die Bissstelle auftreten.
Es tritt ein immer wiederkehrender, mäßig bis starker Juckreiz der Bissstelle auf. Dieser verschwindet nach zwei Wochen.
Eine vorübergehende Anschwellung der regionalen Lymphknoten ist möglich.
Die behandelte Extremität kann anschwellen, vor allem wenn diese nach der Behandlung nicht hoch gelagert wird.
Sehr selten sind eine allergische Reaktion oder eine Infektion.
Kontraindikationen
Von einer Therapie mit Blutegeln ist bei Vorliegen folgender Begebenheiten abzuraten bzw. genau abzuwägen:
- Bluterkrankheit (Hämophilie)
- Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten
- (Macumar, Xarelto, ASS,…)
- Ausgeprägte Immunschwäche wie HIV, Kollagenosen(Sjögren-Syndrom, Lupus Erythematodes,…)
- Anämie, Leukämie
- Starker Immunsupression
- Wundheilungsstörungen
- Ausgeprägte Allergie auf Lebensmitteleiweiße
- Während der Menstruation
- Schwangerschaft/ Stillzeit
Allgemeines
Die Blutegeltherapie ist ein über 3000 Jahre altes Naturheilverfahren aus Fernost, das seit Jahrzehnten seine Renaissance in Europa erlebt. Ein Egel saugt zwischen 5-10ml Blut und gibt dabei seinen Speichel ab. Dieser enthält über 100 unterschiedliche Stoffe. Wissenschaftliche Studien zeigen, das vor allem die beiden Stoffe Hirudin und Eglin für die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung verantwortlich sind. Für die Behandlung werden extra gezüchtete Blutegel verwendet, deren Züchtung hohen Hygienestandards unterliegen.