Akupunktur bei Migräne – was sagt die Forschung?

Akupunktur bei Migräne: Nadeln an Stirn und Schläfe einer entspannten Patientin

(Foto: Symbolbild, KI-generiert mit Canva)

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2025 wertete 23 randomisierte kontrollierte Studien aus. Die Studien stammten aus sechs verschiedenen Ländern und umfassten insgesamt 2.295 Patienten.

Die Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass Akupunktur die Häufigkeit und Dauer von Migräneattacken verringern kann. Auch bestimmte Bereiche der Lebensqualität wurden untersucht. Die Forscher verglichen Akupunktur unter anderem mit Schein-Akupunktur und medikamentösen Behandlungen.

Besonders interessant ist der Vergleich mit der Schein-Akupunktur. Dieser Vergleich hilft, unspezifische Behandlungseffekte zu berücksichtigen. Dazu kann beispielsweise die Erwartung gehören, dass sich die Beschwerden bessern.

Vergleich mit Schein-Akupunktur

Im Vergleich zwischen Akupunktur und Schein-Akupunktur zeigten sich folgende durchschnittliche Unterschiede:

  • Die Migränedauer war rund 4,4 Stunden kürzer.

  • Die Zahl der Migräneattacken lag im Mittel um 0,82 Attacken niedriger.

  • Die Zahl der Migränetage war innerhalb von vier Wochen um etwa 1,4 Tage geringer.

Auch bei der Lebensqualität zeigten sich Unterschiede. Die Betroffenen fühlten sich durch die Migräne weniger im Alltag eingeschränkt. Zudem berichteten sie über eine geringere emotionale Belastung.

Dabei wurde beispielsweise erfasst, ob sich Betroffene hilflos oder frustriert fühlten. Auch wurde untersucht, ob sie sich durch ihre Migräne als Belastung für andere empfanden.

Die Lebensqualität wurde anhand eines Fragebogens mit einer Skala von 0 bis 100 Punkten bewertet. Höhere Werte stehen für eine bessere Lebensqualität.

Im Vergleich zur Schein-Akupunktur ergaben sich im Durchschnitt folgende Unterschiede:

  • Die Werte für die Einschränkungen im Alltag lagen um 13,73 Punkte höher.

  • Die Werte für die emotionale Belastung lagen um 9,93 Punkte höher.

Vergleich mit medikamentösen Behandlungen

Beim Vergleich mit medikamentösen Behandlungen zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied bei der durchschnittlichen Zahl der Migräneattacken. Auch bei der Migränedauer wurde kein Unterschied festgestellt.

Die Zahl der Migränetage pro vier Wochen wurde in diesem Vergleich nicht ausgewertet.

Bei bestimmten Aspekten der Lebensqualität zeigten sich jedoch im Durchschnitt Vorteile für die Akupunktur:

  • Die Werte für die Einschränkungen im Alltag lagen um 5,7 Punkte höher.

  • Die Werte für die emotionale Belastung lagen um 7,14 Punkte höher.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Akupunktur mit einer Verringerung der Migränedauer, der Anzahl der Migräneattacken und der Zahl der Migränetage verbunden war. Zudem zeigten sich Verbesserungen in bestimmten Bereichen der Lebensqualität.

Gleichzeitig weisen die Autoren auf Unterschiede zwischen den Studien und Behandlungskonzepten hin. Diese begrenzen die Aussagekraft der Ergebnisse.

Die Metaanalyse liefert damit Hinweise darauf, dass Akupunktur bei Migräne eine mögliche ergänzende Behandlungsoption sein kann.

Quelle:
Lu T, Yang Y, Li J, Lu L, Liu J. Acupuncture improves migraine and quality of life in patients with migraine: a systematic review with meta-analysis. Systematic Reviews. 2025;14:220.

Originalartikel bei Springer Nature

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