Ein neuer Blickwinkel auf Übelkeit bei Chemo- und Strahlentherapie

Frau sitzt im Schneidersitz und hält ihre Hände auf den Bauch

 (Foto: ChatGPT)

Übelkeit und Erbrechen gehören zu häufigen Begleiterscheinungen während einer Chemo- oder Strahlentherapie. Sie können sehr belastend sein und gehen oft mit Appetitlosigkeit einher. Dadurch stehen dem Körper nicht immer alle Nährstoffe zur Verfügung, die er gerade jetzt zur Stärkung braucht.

Gleichzeitig zeigt Ihr Körper damit, dass er auf eine tiefgreifende Veränderung reagiert. Auch wenn diese Reaktion oft unkontrollierbar wirkt. Sie hat aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) eine nachvollziehbare Ursache.

Inhaltsverzeichnis

Was im Körper aus schulmedizinischer Sicht geschieht

Übelkeit und Erbrechen entstehen durch verschiedene Reize im Körper. Diese betreffen beispielsweise die Schleimhäute von Magen-Darm sowie bestimmte Nervenzellen im Gehirn.

Die Signale werden an ein sogenanntes Brechzentrum im Gehirn weitergeleitet. Dort werden sie verarbeitet und koordiniert, so entscheidet sich ob Übelkeit entsteht oder Erbrechen ausgelöst wird.

Bestimmte Botenstoffe wie Serotonin spielen dabei eine wichtige Rolle im Körper. Ein Großteil des Serotonins befindet sich im Darm und ist an der Signalweiterleitung beteiligt

Auch Gefühle wie Angst oder Anspannung können dazu beitragen, dass der Körper empfindlicher reagiert.

Die Sichtweise der chinesischen Medizin

Die chinesische Medizin betrachtet Übelkeit und Erbrechen nicht isoliert.

Im Mittelpunkt steht, wie die Energie – das sogenannte Qi – im Körper fließt. Dabei wird erfasst, ob das Magen-Qi „rebelliert“ und ob Milz und Magen ausreichend gestützt sind.

Wenn der Magen aus dem Gleichgewicht gerät

Der Magen hat die Aufgabe, Nahrung für die Weitergabe vorzubereiten. Normalerweise bewegt sich seine Energie nach unten und unterstützt so Ihre Verdauung. Gerät seine Bewegung aus dem Gleichgewicht, kann es zu einer gegenläufigen Bewegung kommen. Die Energie richtet sich dann nach oben aus und kann zu Übelkeit führen.

Im Alltag können verschiedene Einflüsse diesen Prozess begünstigen.

Eindringen von äußeren pathogenen Faktoren
Chemo- oder Strahlentherapie werden in der chinesischen Medizin als äußere pathogene Faktoren betrachtet. Sie können Ihr Verdauungssystem schwächen und die natürliche Bewegung Ihres Magens stören. Die Nahrung folgt dann dem gegenläufigen Qi nach oben.

Unregelmäßige Ernährung
Zu viel Rohkost oder kalte Speisen können Ihren Magen zusätzlich beanspruchen.

Die Milz, die eng mit Ihrem Magen zusammenarbeitet, wird dabei ebenfalls geschwächt. Dies kann zu einer Stagnation innerhalb der Milz führen.

Die Milz hat die Aufgabe, den Nahrungsbrei vom Magen aufzunehmen und umzuwandeln. Sie bildet daraus Energie für den gesamten Körper und seine Funktionen.

Durch die Stagnation in Ihren Milz wird die Funktion Ihres Magens weiter gestört. So kann eine normale große Portion für einen erkrankten Menschen bereits zu viel sein.

• Emotionale Einflüsse
Gefühle wie Anspannung oder Ärger wirken sich ebenfalls direkt auf Ihren Körper aus.

Die Leber steuert unter anderem den harmonischen Energiefluss in Ihrem Körper. Sie reagiert auf diese Emotionen sehr empfindlich. Ist sie aus aus dem Gleichgewicht, kann sich das ebenfalls auf Ihren Magen übertragen.

Ängste und Sorgen, sind wiederum der Milz zugeordnet und schwächen diese in ihrer Funktion.

• Abnahme Ihrer Körperflüssigkeiten
Vor allem durch eine Strahlentherapie kann es zu einem Verlust befeuchtender Substanzen kommen.

Ihr Magen verliert dadurch einen Teil seiner befeuchtenden Funktion im Verdauungsprozess. Er kann die Nahrung nicht mehr wie gewohnt verarbeiten und weiterleiten.

Warum ein genauer Blick entscheidend ist

Dies stellt nur einen Ausschnitt möglicher Ursachen in der TCM dar. Es können noch weitere Dysbalancen zugrunde liegen. Diese hängen unter anderem von Ihrer persönlichen Konstitution, sowie Dauer und Art der Therapie ab.

Für eine genaue Differenzierung reicht es nicht aus, nur Ihre aktuellen Symptome zu betrachten. Vielmehr sollte der gesamte Zustand Ihres Körpers einbezogen werden.

Weitere Blogbeiträge